SCHAUMBURGERBündnis gegen Depression

Arbeitsgruppe „Depression und Arbeit“

Depressionen zählen in den industrialisierten Ländern zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt, sind nicht selten rezidivierend (wiederkehrend) und oftmals von langer Dauer.

Neben den auch sehr häufigen Angststörungen und Suchterkrankungen führen depressive Erkrankungen in der Arbeitswelt mit zu den meisten AU-Tagen. Häufig werden belastende Faktoren am Arbeitsplatz von den Betroffenen als erste bzw. einzige Ursache einer depressiven Störung angesehen. Die Ursachen depressiver Störungen sind aber sehr viel komplexer. Bestimmte Symptome bei Depressionen sind meist sekundär und können zu arbeitsplatzbezogenen Problemen mit nachlassender Produktivität und Überforderung führen.

Arbeit ist andererseits aber sehr oft einer der wesentlichsten identitätsstiftenden Faktoren im Leben vieler Menschen. Dem Erhalt der Arbeitsfähigkeit im gewohnten Umfeld kommt in der Behandlung und Vorbeugung psychischer Erkrankungen daher eine ganz zentrale Bedeutung zu.

Eine nicht überfordernde Tätigkeit am Arbeitsplatz kann als „Prophylaktikum“ oder „Antidepressivum“ angesehen werden und positive Auswirkungen auf die Seele haben.

Aber auch Menschen, welche die Akutphase einer Depression überstanden haben, kann ein durch die Arbeit strukturierter Tag helfen, die psychische Gesundheit zu stärken und so zur Stabilisierung beitragen. Täglich können kleine Erfolge erlebt, neue Begabungen entdeckt oder neue Kenntnisse bzw. Fähigkeiten erlernt werden. Das stärkt das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl! Nicht minder wichtig sind die sozialen Kontakte die auf der Arbeit entstehen, ebenso wie die dadurch ermöglichte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

Der Arbeitsgruppe (AG) „Depression und Arbeit“, die seit September 2016 besteht, ist es daher ein zentrales Anliegen, depressive Störungen bereits am Arbeitsplatz möglichst früh zu erkennen, da eine frühe Behandlung auch mit besseren therapeutischen Erfolgsaussichten verbunden ist.

Bei bereits bestehender Arbeitsunfähigkeit will die Arbeitsgruppe ihr Wissen zur Verfügung stellen, um Wiedereingliederungsprozesse in Betrieben zu erleichtern. Durch die Erkrankung arbeitssuchend gewordene Menschen und/oder auch depressive Langzeitarbeitsuchende, versucht das Schaumburger Bündnis gegen Depression mit den Arbeitsagenturen, Jobcentern etc. durch Beratung und Therapievermittlung zu unterstützen.

Darüber hinaus möchte die AG dazu beitragen Tabus zu brechen und Menschen über diese Erkrankung zu informieren. Denn leider herrschen noch immer viele Vorurteile gegenüber psychisch kranken Menschen. Das bedeutet für viele Erkrankte eine zusätzliche Belastung.

Die AG besteht z.Zt. überwiegend aus Mitarbeitern der Burghofklinik, der Frauenberatungsstelle BASTA, des Jobcenters, der IHK (Industrie- und Handelskammer), des Inklusionsnetzes, der Paritätischen Lebenshilfe (Industrie – Service Stadthagen) und der Betriebsärzte.

Die Gruppe freut sich über weitere Mitglieder und steht allen interessierten Personen offen! Wir laden Sie herzlich ein mit uns Kontakt aufzunehmen!